Über uns
Gestüt Neugschwent
Die Geschichte des Gestüts Neugschwent ist eng mit einer Familie verbunden, deren Leidenschaft für Pferde über Generationen gewachsen ist. Was heute ein moderner Zucht- und Sportbetrieb ist, begann mit einer tiefen persönlichen Begeisterung für Pferde – und mit dem Mut, diese Leidenschaft Schritt für Schritt in die Realität umzusetzen.
Der Ursprung dieser Geschichte liegt bei Hans Trainer, dem Großvater von Dominik Juffinger. Schon seinem Vater waren Pferde in der Landwirtschaft ein wichtiger Bestandteil des Lebens, und so wurde Hans der „Pferdevirus“ praktisch in die Wiege gelegt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er größtenteils mit Pferden – zunächst mit Norikern und Haflingern, die damals noch eng mit der bäuerlichen Arbeit verbunden waren.
Auch während seines neunmonatigen Bundesheerdienstes blieb er den Pferden treu: freiwillig bei der Tragtierkompanie, wo Haflinger im Einsatz standen und zusätzlich einige Warmblüter – die Reitpferde der Offiziere – betreut wurden. Dort erhielt Hans seine grundlegende Reitausbildung. Spätestens in dieser Zeit wurde ihm klar, dass sein erstes eigenes Pferd eines Tages ein Warmblut und damit ein echtes Sportpferd sein musste.
Erst 1985 war der Zeitpunkt gekommen, an dem der Traum vom eigenen Sportpferd Wirklichkeit wurde. Nachdem Hans zusätzlich die Landwirtschaft seines leider früh verstorbenen Vaters übernommen hatte und der Betrieb stabil lief, zog das erste Warmblutpferd ein: ein Rappwallach von Delegat aus der Granissa von Grannus. Da Pferde Herdentiere sind, wurde gleichzeitig auch seine Schwester Delissa gekauft.
Delissa war ursprünglich als Reitpferd gedacht, doch aufgrund ihrer hervorragenden Abstammung wurde sie bald in der Zucht eingesetzt – und brachte im April das erste Stutfohlen des Gestüts zur Welt. Damit war der Grundstein für die Pferdezucht in Neugschwent gelegt.
Mit der Zeit blieb für das Reiten immer weniger Raum, während die Zucht immer stärker in den Fokus rückte. 1986 wurden deshalb zwei weitere bedeutende Stammstuten aus Deutschland erworben:
Garonne von Graphit aus dem Hannoveraner Stamm der Flittermaus sowie Ucaletta-Lacosta aus einem bewährten Holsteiner Stamm.
Ausgehend von den drei Stuten Delissa, Garonne und Lacosta II – einer Tochter von Ucaletta-Lacosta – entwickelte sich über viele Jahre eine erfolgreiche Zucht. Durch gezielte Anpaarungen mit international bewährten Hengsten entstand eine solide genetische Basis, die bis heute das Fundament des Gestüts bildet.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2002 mit dem Bau der Reitanlage. Trotz der anspruchsvollen Hanglage entstand eine außergewöhnliche Infrastruktur: eine moderne Reithalle, ein großzügiger Springplatz, Stallungen, Waschplätze, eine Führmaschine und weitere Trainingsmöglichkeiten. Die Anlage wurde terrassenförmig in mehreren Ebenen gebaut und bewusst harmonisch in die umliegende Naturlandschaft integriert – ein Ort, an dem Sport, Zucht und Natur zusammenfinden.
Von Beginn an spielte auch Erika Trainer, die Ehefrau von Hans, eine zentrale Rolle im Betrieb. Sie war und ist die gute Seele des Gestüts, organisiert den Alltag im Hintergrund und sorgt dafür, dass Anlage und Stall stets gepflegt und einladend wirken. Auch die Töchter der Familie waren Teil des Pferdelebens, ritten selbst und unterstützten den Betrieb.
Heute beginnt auf dem Gestüt Neugschwent ein neues Kapitel.
Mit Dominik Juffinger, dem Enkel von Hans und Erika, übernimmt erstmals ein international aktiver Springreiter die Verantwortung für den Betrieb. Dominik ist seit seiner Kindheit mit den Pferden des Gestüts aufgewachsen. Viele seiner Sportpferde stammen aus eigener Zucht – eine Verbindung von Zucht und Spitzensport, die den Betrieb seit jeher prägt.
Dominik gehört heute zur Spitze des österreichischen Springsports. Er startete bereits in internationalen Grand Prix, Weltcupprüfungen und Nationenpreisen und ist Teil des österreichischen Kaders. Seine Philosophie im Sport ist geprägt von Geduld, horsemanship und dem Ziel, Pferde langfristig aufzubauen – besonders jene, die aus der eigenen Zucht stammen.
An seiner Seite steht Romy Herzig, ebenfalls Reiterin und ein zentraler Bestandteil des neuen Kapitels von Neugschwent. Gemeinsam führen sie den Betrieb weiter und entwickeln ihn Schritt für Schritt zu einem modernen Sportstall mit klarer Vision:
hochwertige Zucht, nachhaltige Ausbildung und internationaler Springsport.
Während die Zuchtlinien und die Geschichte des Gestüts erhalten bleiben, entsteht gleichzeitig eine neue Struktur mit stärkerem Fokus auf Ausbildung und Turniersport. Junge Pferde aus der eigenen Zucht sollen in Zukunft verstärkt selbst ausgebildet und auf internationale Karrieren vorbereitet werden.
Das Gestüt Neugschwent steht heute für die Verbindung aus über 40 Jahren Zuchttradition und einer neuen Generation, die den Betrieb in die Zukunft führt.
Viele Erfolge konnten in dieser Zeit bereits erreicht werden:
- gekörte Hengste
- Staatsprämienstuten
- Brillantringstuten
- Bundeschampionatsteilnehmer
- Prämienfohlen
- sowie international erfolgreiche Springpferde
Mit der Übernahme durch Dominik Juffinger und Romy Herzig beginnt nun eine neue Phase – geprägt von internationalem Spitzensport, modernen Trainingsstrukturen und der Leidenschaft für Pferde, die bereits den Grundstein dieses Gestüts gelegt hat.
Oder einfacher gesagt:
Eine Familiengeschichte mit Pferden – die jetzt in die nächste Generation geht.